Deadline, Roman und Hörbuch

"Deadline" ist 2008 erschienen. Der Roman im PfeilMitteldeutschen Verlag, das Hörbuch bei PfeilSilberblick-Musik.

Auszüge erschienen in der Literatur­zeitschrift Akzente und in der Wochenzeitung PfeilJungle-World.

Der Roman hat 143 Seiten. Das Hörbuch (mp3-CD) hat eine Laufzeit von etwas mehr als vier Stunden: der ganze Roman, gelesen vom Autor. Dazwischen kurze Musiken von Andreas Albrecht.

Titel des Romans "Deadline"

Lesungen aus Deadline

2008

Berlin Fr 19.9.
20.30 Uhr Klub der Republik
Pappelallee 81
***Buchvorstellung***
Moderation: Philip Meinhold
ab 22 Uhr DJ Lt. Surf
Göppingen So 21.9.
10 Uhr (!) Odeon
Hamburg So 28.9.
16 Uhr Kaffeesatzlesen
Berlin So 26.10.
Reformbühne Heim & Welt
Köln Mi 5.11.
Fett & Kursiv (Lesebühne)
Aachen Do 6.11.
Raststätte (mit Gerhard Horriar)
Aachen Fr 7.11.
Raststätte (Slam, featured poet)
Bonn Sa 8.11.
Kleingeist (Lesebühne)
Wien So 9.11.
Buchhandlung "Phil" (mit Günter Hack)
Wien Mo 10.11.
Dogma Chronik Arschtritt (Lesebühne)
Berlin Do 13.11.
Ori, Friedelstr. 8 (Neukölln)
Innsbruck Fr 14.11.
Text ohne Reiter (Lesebühne)
Berlin Do 27.11.
Brauseboys
Leipzig Fr 28.11.
Text'n'Beat
Berlin Sa 29.11.
Kantinenlesen
Halle/Saale Mi 3.12.
Galerie dieschönestadt

2009

Chemnitz Fr 23.1.
Kulturzentrum Das TIETZ
Berlin-Friedrichshagen Do 5.3.
Café MokkaMehr
Leipzig Do 12.3.
Lange Lesenacht, Moritzbastei
Leipzig Fr 13.3.
Leseinsel Junge Verlage (Messe)
Leipzig Fr 13.3.
Café "noch besser leben"
Berlin-Wedding So 31.5.
Barrikade
Klagenfurt Di 6.10.
Musil-Haus

Reaktionen

[Christoph Hein:] "Das über­raschend­ste Lese­erleb­nis des Jahres. Ein ganz neuer Ton, eine völlig neue Schreib­art; ich könnte nichts Ver­gleich­bares nennen."

[Matthias Penzel, Rolling Stone 11/08:] "Audio­book des Monats — hoch­modern, irrsinnig komisch, und am Ende ist es, wie alle große Literatur, Sprach­kritik, philo­sophisch, das Leben als Modell, die Welt eine Modell­eisen­bahn­anlage im Maß­stab H0. Ein Buch für die besten Freunde."

[PfeilJess Jochimsen:] "schlicht und ergreifend sensationell."

[Falko Hennig, PfeilTip Berlin:] "Noch vor der Lektüre ist man angetan von der tadel­losen Aus­stattung: hell­grün, in Leinen gebunden und faden­geheftet."

[Martin Fritz, The Gap / Öster­reich:] "Die aller­erste Sahne wirklich inno­vati­ver deutsch­sprachiger Gegen­warts­lite­ratur."

[Sebastian Fasthuber, Pfeilnow-on.at:] "Ein erfreu­lich eigenständiger und sprachmächtiger Text."

[Dimo Rieß, Leipziger Volkszeitung:] "Bjerg, nach eigener Aus­sage im Inter­net lebend, hat eine Form gesucht für das Zeitalter der Dead­lines und Infor­mations­happen — und gefunden."

[motzes, Pfeilmotz:] "truly recom­mended. like the style, like the words, yet hate the feeling that every­time i am turning around a page i am getting closer to the end. too close, too soon. need to slow down."

[Casino, PfeilHotel Mama:] "und es ist gar kein buch über die sprache im tech­nischen zeit­alter, sondern natürlich eins über das leben, und dieses gefühl, dass manchmal sprache und kommu­nikation so eine lebens­ersatz-dichte bekommen können."

[spalanzani, PfeilVigilien:] "Nichts von dem, was da geschieht, ist außer­halb des Schwä­bischen denkbar."

[kito, PfeilFAZ:] "Nahe Berlin."

[edmond, PfeilGoncourt's Blog:] "Nach der Arbeit bin ich mit dem Buch durch die Stadt gegangen, ich habe das Cover schön sichtbar gehalten, in der Bahn erleichterte ich den Passa­gieren, den Titel abzulesen (ich finde das immer falsch, den Titel zu ver­decken — die Leute lassen jedes Telefon­gespräch mithören, aber beim Auf­klappen von Büchern sind sie eigen)."

[micro_robert, Pfeilelektrosmog:] "Trost gibt es nirgends in diesem Listing, das aus der November­aus­gabe 2008 von Unhappy Computer zu stammen scheint. Bjerg hat es mit einem Neun­nadel­drucker in die Elefan­ten­haut des Kapita­lismus tätowiert. Dort steht es nun geschrieben, zur Mahnung der Mahouts. Diese sind freilich alle An­alpha­beten."

[Florian Anrather, Pfeilfm5.at:] "Der Roman analysiert die füllige Oberfläche seiner Protagonistin mit einer wunderbaren Tiefenwirkung und ist dabei so frisch und unvoreingenommen, wie man es sich von zeitgenössischer Literatur nur wünschen kann."

[Judith Schepers, Pfeilwestropolis:] "… richtig geschockt über die kurzen, prägnanten Sätze."

[Nicole Schmidt, Pfeilliteraturkritik.de:] "Eine eigene, an Konso­nanten­verbin­dungen reiche Poesie der deutschen Sprache im Zeitalter der techni­sierten, durch­geplanten Welt."

Ein Interview mit Malte Welding vom Weblog PfeilSpreeblick.

Deadline — Inventar

Es treten auf: die dicke Übersetzerin, der Steinmetz, die Arbeiterin aus der Modelleisenbahnfabrik. Eine Schwester, zwei Neffen, ein Schwager. Ein taubstummer Totengräber und einer, der reden kann.
Ferner: zwei Fischer, Frau Gomolka, die Unendlichkeit, ein Schwarzer mit schlohweißen Ohrhaaren und viele andere.

Deadline ist ein Roman über alles. Über Walfische, übers Zuspätkommen, über Hoch- und Tiefbau. Über Ursache, Verlauf und Ergebnis einer Saponifikation. Über den Stand der transatlantischen Beziehungen. Über Donuts, über Suchmaschinen und über die Liebe (naja, am Rande).

Orte: eine Großstadt in Neuengland, ein Flughafen, eine Steilküste, ein berühmtes Gemälde. Die Schwäbische Alb, ein Kinderzimmer, verschiedene Dorfrandsiedlungen aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein Grab und noch ein Grab. Eine Werkstatt, eine steil ansteigende Straße. Oder abfallende, je nachdem.

Monika Rinck über Deadline

"Existenz ist als Seinsart in sich Endlichkeit", heißt es bei Heidegger, bei Heiner Müller, so knapp und knorrig wie möglich: "Zeit ist Frist". Diese Frist wird nun wiederum durchquert von anderen Fristen, von so genannten deadlines. Seien es Abflugzeiten, Abgabetermine oder Bewerbungsschlüsse. Der moderne Mensch, oder nennen wir ihn, der scheinselbstständige Freelancer, arbeitet auf diese Fristen hin, und werden sie verfehlt, warten sicherlich schon die nächsten auf eine neue Anstrengung, sie zu meistern. Anfrage und Lieferung des Gewünschten kommen rund um die Uhr per Email, alles findet gleichzeitig statt und in der Onlineredaktion hat der Redaktionsschluss längst abgedankt. Eine einzige Frist allerdings wird niemand verfehlen — und das ist die letzte. Übrig bleibt ein Körper — und seine Verwesung dürfte nach wie vor ein analoges Phänomen sein, selbst wenn die Liegezeiten auf deutschen Friedhöfen befristet sind.
"DEADLINE" beschreibt ein Leben aus digital diktierten Etappen, gelebt von einem Körper, der in den letzten Jahrhunderten kaum Zeit fand, sich an die technischen Möglichkeiten seiner Verwertung anzupassen. Ein nervöser, sich selbst beschleunigender Roman über die Konkurrenz zwischen letzten Chancen und letzten Dingen.

(Monika Rinck)

 

Letzte Änderung dieser Seite: 8. Oktober 2009